Apple, Google, Microsoft und andere Technologiegiganten haben die Art und Weise von Milliarden Menschen verändert zu kommunizieren. Einkaufen, Kontakte knüpfen und arbeiten. Jetzt, da Verbraucher, medizinische Zentren und Versicherer immer mehr Gesundheits-Tracking-Apps in Anspruch nehmen, wollen Technologieunternehmen einen Anteil an dem Milliardenmarkt des Gesundheitswesens haben. Die Apple Heart Study spiegelt diese verstärkte Anstrengung wider. Die Unternehmen forcieren ihre Anstrengungen zur Neugestaltung des Gesundheitswesens, indem sie neue Instrumente für Verbraucher, Patienten, Ärzte, Versicherer und medizinische Forscher entwickeln oder mit ihnen zusammenarbeiten. Apple beispielsweise hat sich auf seine Consumer-Produkte konzentriert, Microsoft auf Online-Speicher- und Analysedienste und Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, auf Daten.

„The big-picture reason that a lot of these tech companies are getting into health care now is because the market is too big, too important and much too personal to their users for them to ignore“, sagt John Prendergass, Associate Director of Health Care-Investition. Mediziner und Forscher warnen davor, dass es zu früh ist, um zu sagen, ob neue Werkzeuge zur kontinuierlichen Überwachung, wie Apps für Uhren und Smartphones, helfen werden, Krankheiten zu reduzieren und Leben zu verlängern – oder einfach mehr Menschen zu Ärzten für unnötige Tests schicken. „There’s no shortage of hype“, wird Dr. Eric Topol zitiert, ein Experte für digitale Medizin, der das Scripps Translational Science Institute in San Diego. „We’re in the early stages of learning these tools: Who do they help? Who do they not help? Who do they provide just angst, anxiety, false positives? “

Die Tech-Branche ist der Gesundheit sicher nicht fremd. IBM, Intel und Microsoft haben seit langem Unternehmensdienste für die Gesundheitsindustrie bereitgestellt. Viele Firmen sind jedoch inzwischen der Meinung sich nun darauf zu fokussieren, neue Arten von Technologien für Ärzte, Patienten und Konsumenten zu schaffen oder in sie zu investieren. Dieses Jahr war Amazon einer der Investoren in einer Finanzierungsrunde für Gral, ein Startup-Unternehmen für die Entdeckung von Krebs, das mehr als 900 Millionen Dollar einbrachte. Apple erwarb Beddit, einen Hersteller von Schlaf-Tracking-Technologie, für eine nicht genannte Summe. Und Alphabet, vielleicht der aktivste amerikanische Consumer-Tech-Riese in den Bereichen Gesundheit und Biotechnologie, erwarb Senosis Health, einen Entwickler von Apps, die Smartphone-Sensoren verwenden, um bestimmte Gesundheitssignale zu überwachen, ebenfalls für eine nicht genannte Summe. Zudem hat Alphabet eine Forschungseinheit, Verily Life Sciences, die sich der Entwicklung neuer Tools zur Sammlung und Analyse von Gesundheitsdaten widmet.

Dieses Jahr führte Verily ein Gesundheitsforschungsgerät, die Verily Study Watch, mit Sensoren ein, die Daten über Herzfrequenz, Gangart und Hauttemperatur erfassen können. Nun soll die Uhr in einer Forschungsstudie namens „Project Baseline“ eingesetzt werden, die von Verily finanziert wird, mit etwa 10.000 Freiwilligen die daran teilnehmen. Die Teilnehmer an der Studie werden ausserdem gebeten, Schlafsensoren in ihren Betten zu verwenden sowie Blut-, genetische und psychische Gesundheitstests durchzuführen. Mithilfe von Datenanalyse und maschinellem Lernen erhoffen sich die Forscher ein besseres Bild von der Entwicklung von Krankheiten wie Krebs.

Apple verfolgt einen anderen Ansatz: Mit dem beliebten iPhone und der Apple Watch können Verbraucher ihre Gesundheit besser verfolgen und managen. „Apple is trying to drag medicine from where it currently takes place — in hospitals and clinics — and move it to the consumer side, to your phone“, sagte Malay Gandhi, Geschäftsführer bei Greylock Partners, einer Risikokapitalfirma. Im Jahr 2015 führte Apple eine neue Software namens Apple ResearchKit für Gesundheitsforscher ein. Stanford nutzt es, um eine App zu entwickeln, um Freiwillige in eine Herzstudie einzutragen und ihre körperlichen Aktivitäten, Schlafstunden und Fitness zu verfolgen. Dr. Lloyd B. Minor, Dekan der medizinischen Fakultät der Stanford University, sagt dass die App es Forschern ermöglichte mehr als 54.000 Patienten – eine große Anzahl für eine von einem medizinischen Zentrum durchgeführte Studie – reibungslos zu erfassen und viel mehr Daten zu sammeln, als sonst zur Verfügung steht. „For us, it was an eye-opener“. Stanford führt auch die Apple Heart Study durch. Es soll ermittelt werden, ob eine App für die Apple Watch unregelmäßige Herzrhythmen – insbesondere solche mit Vorhofflimmern, die zu Blutgerinnseln und Schlaganfällen führen können – genau erkennen kann. Wenn die App unregelmässige Herzrhythmen erkennt, wird den Teilnehmern eine Benachrichtigung gesendet und ihnen eine kostenlose Videokonferenz mit einem Arzt angeboten. Die Studie dient dazu, zu beurteilen, ob Personen, die die Watch-App nutzten, eine geringere Inzidenz von Schlaganfällen und Herztod hatten als Personen, die die App nicht nutzen.

Microsoft, bereits ein bedeutender Anbieter von Software und Cloud-Services für medizinische Zentren, baut auch sein Gesundheitsgeschäft auf. In diesem Jahr kündigte das Unternehmen eine Initiative an, Healthcare NeXT, um Produkte für medizinische Anbieter und Patienten mit künstlicher Intelligenz und Cloud-Services wie Spracherkennung zu schaffen. Im Rahmen dieser Bemühungen arbeitet Microsoft mit der University of Pittsburgh Medical Center zusammen, um digitale Services zu entwickeln. Ein Projekt beinhaltet einen virtuellen Assistenten, der sich Notizen über Gespräche zwischen einem Arzt und einem Patienten macht, das Gespräch analysiert und dann eine Zusammenfassung an die elektronische Patientenakte des Patienten sendet. „We’re really focusing on what people in the health care world are doing today and how we can make it better“ urteilt Peter Lee, Microsofts Vizepräsident für künstliche Intelligenz und Forschung.

Auch Facebook hat seine Geschäfts- und Forschungsanstrengungen im Gesundheitssektor ausgeweitet. Im vergangenen Jahr machte es Facebook für Pharmaunternehmen attraktiver, auf der Plattform für ihre Medikamente zu werben, indem eine rollende Scroll-Funktion eingeführt wurde, mit der Arzneimittelhersteller die Nebenwirkungen ihrer Produkte in einer Anzeige auflisten können. Solche Risikoangaben werden von den bundesstaatlichen Vorschriften für das Arzneimittelmarketing verlangt. Und in diesem Jahr schloss sich Oculus, der Hersteller von Virtual Reality-Geräten von Facebook, dem Kinderkrankenhaus Los Angeles an, um V.R. Simulationen für Ärzte und Medizinstudenten zum Umgang mit risikoreichen pädiatrischen Notfällen visualisieren zu können.

Amazon war weniger öffentlich über seine Gesundheitspläne. Aber Branchenanalysten haben spekuliert, dass Amazon in das Apothekengeschäft einsteigen könnte.

„There’s not one tech company that isn’t involved one way or another“, sagt Dr. Topol. „Many of the companies see this as somewhere between rescue and a great business opportunity“

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